Schwert
Dolch
Spieß
Keule
Streithammer
Axt
Bogen und Armbrust
Schwerter wurden in Europa schon seit 3000 Jahren verwendet,
doch erst den Wikingern gelang es, hochwertige Stahlklingen herzustellen, die
sich im Zuge ihrer Eroberungszüge allmählich in ganz Europa verbreiteten. Das
Wikingerschwert hatte eine Breite klinge, was darauf hindeutet, dass es in
erster Linie zum Schlagen verwendet wurde. Die Klinge war meist ca. 80 cm lang,
zweischneidig und in der Mitte mit einer Einkerbung versehen, die zur
Gewichtsreduktion diente. Natürlich verfügte es auch über eine Spitze, mit der
Stöße ausgeführt werden konnten. Der Griff des Wikingerschwerts war kreuzförmig
und mit einer kurzen Parierstange ausgestattet, die senkrecht zur Klinge stand.
Um das Schwert auszubalancieren verfügte es über einen schweren, kugelförmigen
Knauf. Als Dekoration war diese Form des Schwerts manchmal mit Silber oder Gold
eingelegt. Während die Form der Schwerter sich in weiten Teilen Europas sehr
ähnlich war, kam es lokal auch zu Abweichungen. So sind auf dem Teppich von
Bayeux auch Schwerter zu finden, die mit einer längeren Parierstange ausgestattet waren.
Diese Form des Schwertes dominierte bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts.
Ab dem 12 Jahrhundert wurden die Klingen dann länger und
schlanker, die Knäufe eher scheibenförmig und die Parierstange oft in Richtung
der Klinge gebogen. Der Schwertknauf, welcher vereinzelt auch aus Bergkristall
oder Japsis bestand, veränderte sich gegen Ende des zwölften Jahrhunderts
dahin, dass der scheibenförmige Knauf mit Höckern versehen wurde (sog
Radknauf). Dieses Design herrschte dann für den Rest des Mittelalters vor.
Bei den Veränderungen
der Gestaltung von Schwertern spielten immer sich wandelnde Kampftechniken und
auch modische Einflüsse eine Rolle. Letzteres machte sich bei den Schwertern
z.B. in Form von religiösen Inschriften bemerkbar, die mit Messing eingelegt
waren. Auch wurden vereinzelt Schmiedemarken eingeschlagen.
Anhand von erhaltenen Fechtbüchern kann man einige
Informationen über den Wandel der Technik erhalten, die sich auch immer
Innovationen bei der Verteidigung, wie z.B. verbesserten Rüstungen anpassen
musste. So führte die Entwicklung des Plattenharnischs dazu, dass seit dem
Beginn des 14. Jahrhunderts schlankere Schwerter aufkamen, die auf die
Stichtechnik spezialisiert waren. Auf diese Weise war es eher möglich, in die
Fugen der einzelnen Rüstungsplatten einzudringen. Auch der Zweihänder wurde
jetzt verwendet, ein Schwert, dessen Hiebe mit deutlich höherer Wucht
ausgeführt werden konnten. Die Paraden wurden dann ausschließlich mit dem Schwert
vollzogen und auf den Einsatz eines Schildes verzichtet. In der weiteren
technischen Entwicklung stumpfte man ab ca 1360 die ersten 3cm oberhalb der
Parierstange ab, da man eine Fechttechnik entwickelt hatte bei der man den
Zeigefinger an dieser Stelle an die Klinge legte, um sie besser führen zu
können. Natürlich war dieser Finger gefährdet, abgeschlagen zu werden, wenn die
feindliche Klinge an der Klinge entlang bis auf die Parierstange geführt wurde.
So wurde ab 1400 ein kleiner Schutzbügel für den Finger eingeführt, dem wenig
später ein zweiter Bügel auf der gegenüberliegenden Seite für den nun ebenfalls
oben liegenden Daumen folgte.
Wie so oft in diesen Tagen vollzog sich ein
weiterer wichtiger Entwicklungsschritt in Italien: Die leichte Infanterie trug
dort in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts keine Plattenhandschuhe. Um
einen Schutz der Hand zu gewährleisten, entwickelte man einen völlig neuen
Griff. Die Parierstange wurde nach oben gebogen, ein Faustbügel schützte die
Hand und man verband die Fingerbügel miteinander. Seitlich von der Parierstange
wurde ein Parierring angebracht – damit war der Degen mit Gefäß erfunden. Nach
1500, als das Duell beliebt war und man das Schwert auch zur Zivilkleidung
trug, entwickelten sich komplizierte Gefäße. Allerdings zogen es Ritter in
voller Rüstung meistens vor, mit einem gewöhnlichen Schwert zu kämpfen.
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Als Ergänzung zum Schwert trug der Ritter oft einen Dolch,
für den Fall dass sein Schwert verloren ging oder brach. Auch für den Todesstoß
eines am Boden liegenden Feindes wurde der Dolch gebraucht. Ab dem 16.
Jahrhundert kam eine Kampftechnik auf, bei der man den Dolch zusammen mit dem
Schwert führte und ihn dazu verwendete, feindliche Schwerthiebe zu parieren.
Während man den Dolch im Mittelalter mit der Spitze nach unten führte, wurde er
bei der letztgenannten Technik mit der Spitze nach oben gehalten.
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Der Spieß ist eine der ältesten Waffen des Menschen. Im 10.
und 11. Jahrhundert verwendete man den Spieß mit langem Blatt und zwei Knebeln.
Auch in der Jagd wurde er als sog. Saufeder gegen Wildschweine
eingestetzt. Dieses wehrhafte Tier greift an, wenn es Junge zu verteidigen hat
und gereizt wird. So hielt man der heranstürmenden Sau den Spieß entgegen, der
unterhalb des Blattes mit einem Querbalken ausgestattet war, damit er nicht zu
tief in das Tier eindringt. Diese Form der Jagd war nicht ungefährlich und
manch einer wurde dabei von der Sau schwer verletzt.
Bei dieser Waffe entwickelten sich verschiedene Abarten. So
war die Runka als Dreizack konstruiert und machte einen respekteinflößenden
Eindruck.
Im dreizehnten Jahrhundert kam es dazu, dass der Spieß von
den Schweizern sehr erfolgreich gegen die Reiterei eingesetzt worden ist. Das
Fußvolk verwendete eine Pike, das ist ein 4,5 bis 6,5 m langer Spiess, der am
Schaft mit langen, eisernen Schaftfedern beschlagen war, damit er von der
Reiterei nicht mit dem Schwert abgeschlagen werden konnte. Indem sich das
Fußvolk zu Blöcken zusammenschloss, und die Piken der Reiterei wie ein Igel
entgegenhielt, bildete es einen schier undurchdringlichen Wall. Aufgrund des
großen Erfolges verbreitete sich diese Kriegstechnik über ganz Europa und wurde
im 15. Jahrhundert zur entscheidenden Kriegswaffe. Zeitweise von Feuerwaffen
zurückgedrängt wurde sie im 17. Jahrhunder verstärkt eingesetzt. Im
dreissigjährigen Krieg beispielsweise kombinierte man Blöcke aus Pikenieren mit
Blöcken aus Musketenschützen, um letztere vor der Reiterei zu schützen.
Das Ende der Pike kam erst im frühen 18. Jahrhundert, als sie durch das
Bajonett ersetzt wurde.
Nicht nur im Fußvolk, sondern auch in der Reiterei wurde der
Spieß eingesetzt. Während sich beide zunächst glichen, wurde der Reiterspieß ab
1300 länger und mit schlankeren Spitzen ausgestattet, kurze Zeit später kamen
„Sportlanzen“ für das Gestech auf, bei der drei kurze, Stumpfe Spitzen
verwendet wurden. Am Griff waren diese Turnierlanzen mit einer Brechscheibe und
einer Arretierung für den Rüsthaken des Reiterharnischs ausgestattet.
Besonders in Spanien wurde neben den oben beschriebenen
Spießen auch der Dard eingesetzt, ein Wurfspieß den man meist vom Pferd
schleuderte.
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Aus der Keule, einer sehr frühen Waffe des Menschen, entwickelte sich im
Mittelalter der Streitkolben. Seit dem 12. Jahrhundert war diese Waffe mit
einem gefächerten Metallkopf ausgestattet und erfreute sich mit dem Aufkommen
des Plattenharnischs wachsender Beliebtheit. Während es mit dem Schwert
schwierig war, eine Rüstung zu durchdringen, bot der Streitkolben hier bessere
Möglichkeiten. Aufgrund seiner Einfachheit war der Streitkolben bis ins 17.
Jahrhundert eine typische Waffe des Fußvolks, doch mit einem kürzeren Schaft
ausgestattet wurde er auch in der Reiterei eingesetzt. Eine Abart des
Streitkolbens ist der Morgenstern, der an Stelle des gefächerten Kopfes mit
einer Stachelkugel ausgestattet war. An einer Kette geführt, sprach man von
einem Flegel. Wenngleich der Streitkolben eine einfache Waffe war, wurden
aufgrund seiner symbolischen Bedeutung auch Prunkwaffen hergestellt, die
überaus reich verziert wurden.
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Auch der Streithammer ist eine einfache Waffe, deren
Ursprung wahrscheinlich in den Kreuzzügen zu suchen ist, als sich die Bauern
mit allem bewaffneten, was Ihnen zur Verfügung stand. Ähnlich dem Streitkolben,
wurde der Streithammer bei Fußvolk und Reiterei eingesetzt um ihn beim Kampf gegen
den Plattenharnisch einzusetzen. Ebenso veränderte sich der Streithammer im
Zeitablauf wenig und es wurden auch von dieser Waffe Prunkstücke hergestellt.
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Seit der Zeit der Wikinger bis zum 16. Jahrhundert wurden
Äxte im Kampf eingesetzt, gerade während des 15. Jahrhunderts im Fußkampf. Die
Rückseite der Streitaxt hatte dabei einen Hammer oder mehrere Stacheln, beide
Enden des Stiels waren mit Spitzen ausgestattet. Manchmal wurde die Axt als
Ergänzung zum Schwert getragen. In diesem Fall besaß sie einen kürzeren Stiel
und kleineren Kopf. Eine Spezialform der Axt stellte die Helmbarte dar.
Sie
wurde ab dem 13. Jahrhundert in der Schweiz eingesetzt. Charakteristisch sind
für diese Waffe ein 2,50 m langer Schaft mit hackbeilförmiger Klinge, die vorne
spitz zuläuft. Später wurde die Klinge eher rechteckig und am vorderen Ende ein
Stachel angebracht. Auch an der Rückseite versah man den Kopf der Waffe wenig
später mit einem Stachel. Der Vorteil
der Helmbarte lag in der Wucht der Hiebe, die mit ihr ausgeführt werden konnte.
Die Spitze war gut geeignet auch einen Plattenharnisch zu durchstoßen.
Im Fränkischen führte man auch eine Wurfaxt als Ergänzung
zum Schwert.
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Die Schusswaffen des Mittelalters waren Bogen und Armbrust. Der
Bogen war seit Beginn des Mittelalters in ganz Europa verbreitet und kommt erst
im 16. Jahrhundert mit der verstärkten Nutzung von Handfeuerwaffen außer
Gebrauch. Gerade der englische Langbogenschütze war gefürchtet und sicherte
England in seinen Schlachten auf dem Kontinent lange Zeit eine überlegene
Position. Der verwendete Bogen war ca. 1,50 m lang und verfügte über eine
maximale Reichweite von etwa 350 m. Wie andere Militaria auch, unterlagen die
Pfeilspitzen einem ständigen technologischen Wandel. Frühe Spitzen waren aus
Eisen geschmiedet und relativ breit.
Mit dem Aufkommen des Plattenharnischs
wurden die Spitzen sehr viel dünner und nadelspitz geformt, damit sie sich
beim Aufprall eine Fuge in der Rüstung suchen und eindringen konnten.
Demgegenüber wurden die Spitze der Jagdpfeile breit gearbeitet, um beim Tier
eine tödliche Wunde zu reißen und oft auch mit Widerhaken ausgestattet.
Im Gegensatz zum Bogen war die Armbrust sehr viel kompakter
gestaltet und verfügte über einen kleineren Bogen. Dieser Stand in Punkto
Spannkraft dem Langbogen jedoch in nichts nach, da er sehr viel steifer
war. Während die frühe Armbrust noch per Hand gespannt wurde, nutzte
man später die Gesetze der Mechanik und bemächtigte sich beim Spannen der
Hebelwirkung, indem einfache Maschinen, wie Winden verwendet wurden. Zum
Spannen stellte der Schütze seinen Fuß in einen Bügel, der am vorderen Ende der
Armbrust angebracht war. Dann kurbelte er die Sehne mit der Winde auf, die sich am
unteren Ende der Armbrust befand. Die Spannvorrichtung verfügte
dabei oft über eine lose Rolle, so dass zusätzlich zur Hebelwirkung der Kurbel
ein Flaschenzug eingebaut war. Im Gegensatz zum Bogen, kam es also beim
Gebrauch der Armbrust nicht auf die Kraft des Schützen an. Ein weiterer Vorteil
lag darin, dass die Armbrust längere Zeit in gespanntem und damit
schussbereiten Zustand gehalten werden konnte, ohne dass der Schütze Kraft
einsetzen musste. Auch war die Ausbildung für den Armbrustschützen weniger
aufwendig als für den Bogenschützen. Die verwendeten Armbrustbolzen waren kurz
und dick und besaßen eine Reichweite, die dem Langbogen in nichts nachstand.
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